Anzeichen, dass Kinder sexuell missbraucht wurden

Folgende Anzeichen sprechen dafür, dass ein Kind sexuell missbraucht worden sein könnte:

  • Alpträume der Missbrauchssituation, Schlafstörungen, nächtliche Schweißausbrüche [8], [9]
  • Unspezifische Angstzustände, Panik, anklammerndes Verhalten [10]
  • Misstrauen, Rückzug, soziale Isolation [11]
  • Häufiges Weinen, Bettnässen, Daumenlutschen [12]
  • Weglaufen [13]
  • Schmerzsyndrome (Kopf, Magen, Unterleib) [14]
  • Zerrissene oder blutige Kleidung [15]
  • Blutungen an der Vagina oder am After, Schmerzen beim Urinieren oder Stuhlgang [16]
  • Plötzliches Interesse an Sexualität, wenn es nicht altersgerecht ist [17]
  • Aggressionen, Zorn, Zerstörungswut [18]

Das Vorgehen von Eltern, wenn sie sexuellen Kindesmissbrauch vermuten

Wenn Eltern vermuten, dass ihr Kind sexuell missbraucht wird, dann ist es das wichtigste ruhig zu bleiben und für das betroffene Kind da zu sein.

1: Dem Kind muss das Gefühl vermittelt werden, dass ihm geglaubt wird und dass es ernst genommen wird. Auf keinen Fall sollte dem Kind unterstellt werden, dass es lügt oder phantasiert.

2: Dem Kind muss vermittelt werden, dass es keine Schuld an dem Geschehen trägt. Eltern sollten voll und ganz hinter ihrem Kind stehen.

3: Die Eltern können sich an einen Hilfsdienst in ihrer Nähe wenden.

4: Das Jugendamt sollte eingeschalten werden. Es ist dafür zuständig, das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten. [19]

Präventionsmaßnahmen

Man kann in primäre, sekundäre und tertiäre Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch unterteilen. Unter primärer Präventionsarbeit versteht man einen Erziehungsstil, der das Selbstbewusstsein und die Selbstbestimmung des eigenen Körpers fördert. Sekundäre Prävention beschreibt das möglichst frühe Aufdecken und Unterdrücken sexuellen Missbrauchs. Und bei tertiärer Prävention geht es um die Behandlung und Betreuung bereits missbrauchter Opfer. [20]

Nachfolgend wird auf den Erziehungsstil der primären Prävention genauer eingegangen.
Die Grundlage der primären Prävention ist „eine altersgemäße Sexualerziehung und die Möglichkeit, offen mit Kindern über Sexualität zu sprechen.“ [21] Das Ziel ist es, Jungen und Mädchen das Selbstbestimmungsrecht ihres Körpers zu vermitteln. Kinder sollten aufgeklärt werden, was unter sexuellem Missbrauch verstanden wird. Es geht nicht darum ein prägendes Aufklärungsgespräch mit dem Kind zu führen, sondern um einen begleitenden Prozess über das gesamte Kindesalter. [22]

Offene und selbstbewusstseinsfördernde Erziehung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sexueller Missbrauch durch eine offene und selbstbewusstseinsfördernde Erziehung des Kindes vermindert werden kann. Die präventiven Ansätze zielen darauf ab, selbstbestimmte Menschen heranzuziehen. Es lässt sich vermuten, dass sich durch den Erziehungsstil, welcher sich über die letzten Jahrhunderte herausgebildet hat, sexueller Missbrauch zurückgegangen ist. Allerdings kann man diese These keinesfalls bestätigen. Die Dunkelziffer der Opfer ist und war stets uneinsichtig. Es ist jedoch wichtig, sich auf das Vorankommen, wenn es um die Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs geht, zu fokussieren. So können präventive, und natürlich auch interventive, Erfolge erzielt werden.

Quellen